21.09.2021 | Benefizevent für Flutopfer am HIGIS in Wiesbaum ein voller Erfolg!

 

Geburtsstunde dieser Veranstaltung war der 17. Juli, drei Tage nach der verheerenden Flutwalze, die das Leben für viele Menschen in den Tälern von Urft, Erft, Olef, Ahr und Kyll komplett veränderte. Auch das Fair Play Camp von Herbert Ehlen in der Gesamtschule Eifel in Blankenheim wurde durch die Zerstörungen jäh unterbrochen. Der pensionierte Pädagoge, seit 1999 Ideengeber und Leiter der Fair Play Tour hatte aus der üblichen Rundfahrt mit 300 Jugendlichen durch die Großregion Frankreich, Belgien, Luxemburg, Saarland, Rheinland Pfalz und NRW wegen Corona ein alternatives Konzept gebastelt. Von Blankenheim aus besuchten die Schüler nun in kleinen Radgruppen besondere Orte in der Eifel wie Vogelsang, die Dauner Maare, den Nationalpark Eifel, das Radioteleskop Effelsberg und das Freilichtmuseum Kommern. Die Idee war, auf ökologischem Weg pädagogische Inhalte zu transportieren und den Kindern Geschichte und Geografie ihrer Heimat näherzubringen. Außerdem beschäftigten sie sich nach dem Abendessen jeweils eine halbe Stunde mit dem Thema Klimawandel unter dem Aspekt: Fair Play zur Umwelt.  Mit Begeisterung waren die Schüler von Anbeginn bei der Sache, bis aus der theoretische Beschäftigung mit dem Klimawandel brutale Realität wurde. Mitten in der Woche produzierte Starkregen in der Region eine Flutwelle biblischen Ausmaßes mit unvorstellbaren Verwüstungen, die eine Fortsetzung der Radtouren unmöglich machte, einerseits, weil die geplanten Strecken durch die Flusstäler allesamt nicht mehr passierbar waren, andererseits, weil niemandem mehr der Kopf nach Freizeitvergnügen stand. Also entschlossen sich die Teilnehmer zu ersten Hilfsmaßnahmen nach dem Motto: Viele Hände, schnelles Ende. Der Schmetterlingsgarten und die Lommersdorfer Mühle in Ahrhütte waren die ersten Hilfsprojekte. Einen Tag später wurde allen Helfern erst nach und nach im zerstörten Aktivi in Kall und durch die Berichterstattung in den Medien die wahren Ausmaße der Katastrophe bewusst.

Unter diesem Eindruck der schlimmen Ereignisse überlegten Herbert Ehlen und Erich Wassong, Finanzdienstleister aus Wiesbaum und Mitinhaber eines Fitnessstudios, als er seinen Sohn vom Camp abholte, wie man betroffenen Menschen ihr Leid etwas abmildern könnte. Der in Benefizveranstaltungen erfahrene Sportlehrer schlug auch gleich eine Radsportveranstaltung rund um das Wiesbaumer Industriegebiet HIGIS vor, in dem Erich Wassong seine Büros hat. Das dies ein idealer Standort ist, zeigte im Vorjahr ein 24-Stunden Moutainbikerennen im Rahmen der Fair Play Tour, dessen Erlös einem beinamputierten Jungen aus Kordel ein Therapiebike bescherte.

Einige Wochen gingen Ehlen und Wassong mit den Ideen schwanger, sprachen Mitarbeiter, Freunde, Unternehmer und die Leitung der Higisverwaltung an und liefen offene Türen ein. Herbert Ehlen fand auch bald mit der Nikolausschule in Kall und dem Verein „Leben mit Autismus“ zwei Projekte, die stark von der Flut betroffen waren. Der Vorschlag fand dann auch bei allen  Beteiligten Zustimmung. Ein großer Motivationsschub stellte sich für die Organisatoren ein, als Herbert Ehlen bei seinem ehemaligen Schüler Otmar Presser, Inhaber einer Firma für Röntgeneinrichtungen am HIGIS vorstellig wurde und ihm von diesem Benefizprojekt berichtete und dieser spontan eine große Spendensumme versprach. Die Summe von 5000 Euro sollte von den Radsportlern erradelt werden. Nun war der sportliche Ehrgeiz geweckt. Es war nun nur noch eine Woche Zeit der Vorbereitung auf dieses Event. Erich Wassong hatte seine komplette Belegschaft von der Idee infiziert. Alle waren Feuer und Flamme. Besonders seine Mitarbeiterin Anja Kasubke legte jetzt Sonderschichten ein und zauberte ein tolles Rahmenprogramm um das Radevent herum. Sie organisierte Kinderschminken, Ponyreiten, eine Fahrradwaschanlage, den Kindersänger Uwe Reetz, den Musikverein Hallschlag, eine Dixieband und für den Abschluss des Tages die Hurrican Band für die Stimmung. Das Busunternehmen Linden aus Stadtkyll sorgte mit einem Oldtimerbus, der Jung und Alt kurze Ausfahrten bescherte, für Begeisterung. Das Autohaus Schneifel stellte einige Autos aus, darunter auch ein Elektrofahrzeug. Bodyfit lud mit Spinningrädern zum Sporttreiben ein. Auch die Nachbarfirmen Biocircle (Stefan Dittus), die WET (Rene Dittus), becorb GmbH (Edgar Caspers),  Air Cargo Palnet mit Dennis Demtroeder zogen voll mit, ebenso der landwirtschaftliche Betrieb Mastiaux. Britta Wassong zeigte mit EMS eine interessante Variante zur Muskelstimulation.

Herbert Ehlen war ob der Begeisterung für die Benefizidee in seinem Element. Tagelang fuhr er Radstrecken und Wanderstrecken im Umkreis von 30 Kilometern ab und passte sie auf drei mögliche Leistungsstärken an. Auf der Veranstaltung des Teams Oberahr einige Wochen vor dem Wiesbaumer Event knüpfte er Kontakt mit Olli Mey, dem Leiter des Blankenheimer Radsportclubs TEAM OBERAHR. Spontan sagte dieser ihm die Unterstützung von 15 seiner erfahrensten Mountainbiker zu, die als Guides bei den drei geführten MTB-Touren fungieren sollten – eine wichtige Grundlage für die Sicherheit der geführten Radtouren. Für die Führung der Wanderung konnte er seine Tochter Carmen gewinnen. Zwei Tage vor dem Benefizevent erhielt Ehlen eine weitere großzügige Spende über einen ehemaligen Schüler (Jürgen Finnemann), der mit der Geschäftsleitung der Fa. SP Manufacturing in Birgel die ausgesuchten Projekte der Behinderteneinrichtungen als förderungswürdig betrachtete und 4000 Euro zur Verfügung stellte.

So kam mit diesen großen Spenden, den Teilnehmerbeiträgen der Sportler, dem Erlös aus dem Verzehr an diesem Tag und einem Überschuss des Fair Play Camps in Blankenheim eine Summe von über 20000 Euro zusammen. Die Scheckübergabe an den Verein „Leben mit Autismus“ geschieht im Rahmen einer weiteren Benefizveranstaltung mit dem ehemaligen Radprofi Christian Knees, Andre Greipel, Nils Pollit, Thorsten Weber und 200 anderen Radsportlern am 31. Oktober in Rheinbach. Der Zeitpunkt für die Scheckübergabe an die Nikolausschule in Kall steht noch nicht fest.

Treffend fasste Karl Heinz Jenniges vom Autohaus Schneifel die Eindrücke der Stimmung des Events zusammen:

„Ich persönlich war sehr angetan von dieser sehr entspannten, harmonischen Stimmung während des gesamten Events, was derzeit im Alltag, leider, nicht so selbstverständlich ist. Es fanden viele schöne Begegnungen, ob Sportler mit Sportlern oder junge Familien untereinander statt.“ Und er vergaß auch nicht seine ehemalige Mitarbeiterin Anja für das Gelingen dieser“ runden  Sache“ zu loben.

 

 
 
 

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