02.07.2021 | Hannah Ludwig bei Olympia

 

Hannah Ludwig - Von der Überholerin bei der Fair Play Tour nach Olympia.

Die Verantwortlichen des Bunds Deutscher Radfahrer (BDR) bekamen Hannah Ludwig erst gar nicht ans Telefon. „Wir waren mit unserem Team bei einem Radrennen in Belgien. Das war richtig cool. Wir hatten gewonnen“, berichtet die 21-Jährige. Als sie zurückgerufen habe, habe sie erst über das erfolgreiche Rennen der Fahrerinnen ihrer Canyon-SRAM-Mannschaft geredet. Darüber, wie sie vor dem Ziel einen zunächst erfolgreichen Ausreißversuch startete, dann zwar wieder eingefangen wurde, aber mit ihrer Attacke den Grundstein für den Etappensieg ihrer Teamkollegin Alena Amialiusik (Belarus) legte.

„Dann könnt ihr direkt weiter feiern“, hätten die Leute vom BDR am Telefon gesagt, berichtet Ludwig. Denn sie würde für die Olympischen Spiele in Tokio von ihrem Fachverband vorgeschlagen. Wie erwartet folgte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am gestrigen Mittwoch der BDR-Empfehlung.

Für Ludwig kommt die Olympia-Nominierung überraschend. „Ich habe schon 2019 auf der Liste gestanden. Aber da waren so viele drauf“, sagt sie. Manchmal hätten Teammitglieder gemeint, dass sie sich eine Nominierung vorstellen könnten. Ludwigs Leistungen waren zuletzt immer gut. Höhepunkt war die Bronzemedaille im Einzelzeitfahren bei der Deutschen Meisterschaft am vorletzten Juni-Wochenende. Im Straßenrennen wurde die Traben-Trarbacherin Fünfte. Auf ihre Olympia-Teilnahme hätte sie trotzdem nicht gewettet.

„Das ist toll“, sagt auch der Vorsitzende des RSC Stahlross Wittlich, Herbert Henschel. Nach Paralympics-Teilnehmer Martin Fischer aus Enkirch, der im Jahr 2000 in Sydney dabei war, ist Hannah Ludwig die zweite Olympionikin, die aus dem Wittlicher Club hervorgeht.

Als ob sie oder Canyon-Teamchef Ronny Lauke es geahnt hätten, passt das olympische Straßenrennen nahtlos in Ludwigs Wettkampfkalender. „Im Juli hätte ich sonst sowieso fast keine Rennen mehr gehabt“, sagt die zweimalige U-23-Europameisterin im Zeitfahren.

Und ihre Aufgabe beim Olympiarennen über 137 Kilometer am 25. Juli? „Mir wurde ganz klar gesagt, dass ich den anderen helfen soll“, sagt Ludwig. Wer die Kapitänsrolle übernehmen wird, ist noch nicht raus. Prädestiniert scheint die deutsche Doppelmeisterin Lisa Brennauer (Durach), die sowohl im DM-Einzelzeitfahren als auch im -Straßenrennen vorne lag. Außerdem wurden die Friedrichshafenerin Liane Lippert und – für ihre fünften Olympischen Spiele – Trixi Worrack (Erfurt) nominiert.

Dass sie anderen zu Medaillen verhelfen soll, ist für Ludwig kein Problem. „Ich freue mich, den anderen zu helfen“, sagt sie. Straßenradsport ist halt auch ein Mannschaftssport. Mit ihren 21 Jahren steht sie zudem erst am Anfang ihrer Karriere.

Die Fair Play Tour wünscht Hannah alles Gute.

Text: Holger Teusch (TV)

 
 
 

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