Fairplay Tour 2012 - Tagebuch: 7. Etappe - 30. Juni 2012

Heute war es soweit, unsere letzte Etappe, praktisch wie die letzte Etappe der Tour de France, eine entspannte Ehrenfahrt zum Zielort der Tour. Trotzdem gibt es zwischen der Tour de France und der Fairplay Tour natürlich gravierende Unterschiede, und diese liegen nicht nur in der Durchschnittsgeschwindigkeit. So haben wir unser Ziel ohne Doping erreicht und bei uns ging es um ein Miteinander, nicht ein Gegeneinander. Wir haben auch kein Geld für uns verdient, sondern wir haben mit unseren Einnahmen Kinder in Ruanda unterstützt.
Trotzdem sollte man unsere Leistung nicht unterschätzen. Als wir heute unter tosendem Applaus in die Arena in Trier einfuhren, hatten wir seit Mainz 720 Kilometer zurückgelegt, unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag dabei bei ca. 19 km/h und insgesamt hatten wir 5800 Höhenmeter bewältigt. Einige Gruppen kommen durch ihre Sternfahrt zu Beginn der Tour sogar auf deutlich über 800 Kilometer. Wir sind keine Profiradsportler, unsere Schüler sind ganz normale Jugendliche, die sich einfach nur über ein Jahr gezielt vorbereiten und bereit waren, sich für den guten Zweck und diese außergewöhnliche Erfahrung über das normale Maß hinaus anzustrengen. So war es auch für alle ein tolles Gefühl vor den Augen von Eltern, Großeltern, Geschwistern, Freunden und Lehrern in Trier anzukommen und von ihnen und den offiziellen Rednern gefeiert zu werden.
Zuvor hatten wir noch 60 Kilometer von Bitburg nach Trier zu schaffen. Die ersten 40 Kilometer bis nach Bekond waren zwar noch etwas hügeliger, aber das Tempo war so niedrig, dass kaum einer  Probleme hatte, mitzukommen.
Waren üblicherweise die Mittagspausen in der vergangenen Woche etwas ruhiger gewesen, mit Broten und Getränken aus unserem Versorgungslastwagen , so bereitete uns Bekond heute einen großartigen Empfang mit Pommes, Bratlingen und Bratwürsten, zudem gab es ein riesiges Kuchenbuffet. Aber auch die Stimmung war kaum zu toppen. Den Einstieg machte unser „Horst Lichter“-Imitator Harro mit seiner Dankesrede auf die diesjährige Tour. Weiter ging es mit Verbandsbürgermeisterin und Ortsbürgermeister, die den Jugendlichen für ihren Einsatz dankten und dem Verein Bekond aktiv symbolisch die Spende übergaben, die ihm diesen tollen Empfang des Tourtrosses ermöglicht hatte. Die Gruppe vom Helenenberg, die dieses Jahr leider nicht teilnehmen konnte, überreichte dem Tourprojekt noch einen Scheck über 1700 Euro aus ihrem „6-Stunden-Lauf“. Nach der Übergabe unserer Gastgeschenke durch Klaus Klaeren, zeigten die Bekonder Tourgruppen unter der Leistung von Anita, welche Stimmungskanonen ihn ihnen stecken und heizten die Tourgruppe an.
Die folgenden letzten 20 Kilometer nach Trier waren dann flach und wurden extrem ruhig gefahren, was die sowieso gute Stimmung im Fahrerfeld noch erhöhte. Glücklicherweise blieb die Konzentration trotzdem hoch, so dass wir keine Stürze zu beklagen hatten.
In Trier fuhren wir erstmals nach 14 Jahren Tour in den Innenraum der Arena ein und ließen uns feiern. Im Hintergrund lief ein Lied, das uns die ganze Tour begleitet hatte, die Toten Hosen mit „Tage wie diese“, und Bilder unsere Tour erschienen auf der riesigen Leinwand.
Die Eltern mussten schweren Herzens noch warten, bis wir offiziell begrüßt wurden, bevor sie ihre Sprösslinge endlich wieder in die Arme schließen konnten.
Begrüßt und für unser Engagement gefeiert wurden wir in der Arena von dem Vorsitzenden der Europäischen Sportakademie Georg Bernarding, von Vertretern der Stadt Trier, der ADD bzw. dem Land Rheinland-Pfalz, der Sparkassen und der Welthungerhilfe. Auch das gab einem das stolze Gefühl, Teil einer großartigen Sache zu sein und viel geleistet zu haben.